Schillerbund Gesangverein 25th Anniversary Concert

Event Information

Venue(s):
Steinway Hall

Conductor(s):
George [pianist] Mangold

Price: $1.50 reserved; $1

Event Type:
Choral

Performance Forces:
Instrumental, Vocal

Record Information

Status:
Published

Last Updated:
6 March 2026

Performance Date(s) and Time(s)

31 Jan 1875, 8:00 PM

Program Details

To celebrate the Gesangverein’s twenty-fifth year.

Orchestra of 50.

American premiere of Lachner’s Abendfriede.

George Mangold conducted and wrote a new overture for this occasion; his father, Charles Mangold, also had a new piece featured on the program (from his oratorio Hermanns Tod).

Performers and/or Works Performed

3)
Composer(s): Lachner
Participants:  Adolph Sohst
4)
Composer(s): Weber
Participants:  Anna Bock
5)
aka Heaven hath shed a tear
Composer(s): Kücken
Text Author: Rückert
6)
aka Lieder fur Mannerstimmen, op. 76. Erinnerung
Composer(s): Möhring
8)
Composer(s): Mangold
9)
Composer(s): Schubert
10)
Composer(s): Haydn
Participants:  Adolph Sohst
11)
Composer(s): Servais
Participants:  Adolph Liesegang
12)
Composer(s): Mangold [cond./piano/comp.]
Participants:  Adolph Sohst

Citations

1)
Advertisement: New-Yorker Staats-Zeitung und Herold, 29 January 1875, 6.
2)
Announcement: New-Yorker Staats-Zeitung und Herold, 30 January 1875, 5.

Long announcement providing program, performers, and background information about the Schillerbund Gesangverein. Notes that in addition to the Steinway Hall concert, there will be a banquet at the New-Yorker Turnverein.

3)
Review: New-Yorker Staats-Zeitung und Herold, 01 February 1875, 1.

“Jubiläum des Schillerbund. Sein 25 jähriges Jubiläum leitete der Gesangverein Schillerbund gestern Abend durch ein großes Festconcert in würdige Weise in Steinway-Hall ein. War auch die Halle nicht gefüllt, so bewies doch die große Zahl der Anwesenden, welches ich durch den entsetzlichen Schneefall nicht von dem Besuche des Festeconcertes hatten abhalten lassen, daß der Schillerbund in den letzten Jahren stetig in der Achtung des Publikums gestigen ist und sich viele Freunde und Anhänger erworben hat. Doch war es auch das Concert werth, daß man sich den gestern Abend durchaus nicht angenehmen Weg nach Steinway-Hall nicht verdrießen ließ. Wir können wohl sagen, daß uns in letzter Zeit selten ein Concert eines Männergesangvereins so angenehm berührt, so befriedigt hat, wie gerade diese Festconcert des Schillerbundes. Zu diesem Eindruck trug wohl hauptfächlich die geschichte Zusammensetzung des Programmes mit bei, welches, soweit die Vorträge des Vereines in Betracht kamen, fast lauter neue und für jeden Freund des Männergesanges interessante Sachen brachte, durch welche auch die einheit des Grundtones und des Colorits des Ganzen gewahrt wurde. Die Einleitung bildete passender Weise der erste Satz von Beethoven’s Eroica, welcher von dem aus tüchtigen Musikern zusammengesetzten Orchester unter der Leitung des Vereinsdirigenten Herrn George Mangold recht wacker gespielt wurde. Mit allgemeinem Interesse sah man der zweiten Nummer, dem von Franz Lachner für das 25 jährige Jubiläum des Wiener Manner-Gesangvereins componirten Liedes ‘Abendfriede’ für Baritonsolon, Männerchor und Orchester entgegen. Lachner’s ‘Abendfriede’ist ein wunderschönes elegisches Stimmungsbild, in dem die Accorde in harmonischer Folge wie die lieblichen Tinten eines friedlichen Abendhimmel bald aufflammen, bald verblassen und ineinanderfließen. Die Haupt-Melodie ist weich und elegisch und steht im schönsten einklang mit der Instrumentation, namentlich mit der von der Holzinstrumenten, Hörnern und Celli getragenen Einleitung. Bedeutend möchten wir die Composition nicht neuen, aber schön, ansprechend und tief empfunden ist sie entschieden. Die Ausführung war eine sehr befriedigende; rein, klar und voll erklangen die schönen, weichen Accorde, kein störendes Vordrangen einzelner Stimmen war zu bemerken, zart und sauber wurden namentlich die Piano- und Crescendostellen ausgeführt. Nicht so sehr befriedigte uns der Vortrag des allerdings sehr schwierigen, sechsstimmig gesetzten Chores ‘Erinnerung’ von Möhring; da kamen die Sänger an einer oder zwei Stellen bedenklich in’s Gedränge, doch wurden sie glüchlich mit dem Liede fertig. Möhring’s ‘Erinnerung’ ist eine kunstvoll ausgebaute Composition, aber wir vermissen in derselben die sonst den meisten Möhring’schen Liedern eingenthümliche Wärme des Tones und flussige Melodie. Schubert’s hochpoetischer ‘Nachtgesang im Walde’ – bei welchem uns Herr Mangold jedoch die vorgeschriebenen vier Hörner, die zu der richtigen Mondscheinbeleuchtung dieses nächtlichen Wald-Tonbildes fast unumgänglich nöthig sind, schuldig blieb – wurde vortrefflich durchgeführt; streng genommen, war es die beste Leistung des Vereins an diesem Abend. Als letzte Piece führte uns der Verein ‘Thor’s Hammerlied’ aus dem von Herrn C. A. Mangold, dem Vater des Vereins-Dirigenten, gedichteten und componirten Oratorium ‘Hermann’s Tod’ vor. Es ist das eine recht interessante und charakteristische Composition, welche eine breite, markige, kräftige, wir möchten fast sagen, cyclopenhafte Melodie, wie sie auch ja zu dem Kampfe der alten deutschen Götter mit den Riesen gerade paßt, von Anfang bis zu Ende durch zieht. Aehnlich ist natürlich auch die Instrumentalbegleitung gehalten, die gleich von Anfang an mit den von den Pauken scharf markirten zornigen Hammerschlägen Thors, die auch gegen das Ende zu wieder eintreten, einen bestimmten und wirksamen Eindruck machen muß. Diese Nummer bot den Sängern keine großen Schwierigkeiten und wurde deshalb auch tadellos durchgeführt. Herr George Mangold brachte als Festgabe seinem Vereine eine Fest-Ouverture dar, die, eine tüchtige Musikermache, einzelnes Originelles und manches Bekanntes aufweisen kann. Den Titel Festouverture führt sie mit Recht, den es ist eine heitere Composition. Wenn wir erst zum Schluß der Solisten gedenken, so wei uns das verziehen, da wir es mit lauter alten, oft und gern gehörten Bekannten zu thun halten. Herr A. Sohst, der Baritonist, sang die soli im ‘Abendfriede,’ in ‘Thor’s Hammerlied,’ eine Arie aus der ‘Schöpfung’ und ein Lied, bis auf die mitunter mangelhafte Aussprache, mit künstlerischem Geschmack, und, wie fast stets, sicher und correkt. Frau Unger ließ, trotz des Schneestrumes, den Himmel nur eine Thräne weinen, aber sie that das so hübsch und gut, daß man ihr die kleine Unwahrkeit nicht zu hoch anrechnen darf. Die ingendliche Pianistin Fräulein Bock spielte das schwierige Weber’sche Concertstücke für eine angehende Künsterlin rect brav und der bescheidene Cellist Herr Liesegang entzückte das Publikum mit einem zwar kurzen, aber ansprechenden und dabei musterhaft gespielten Carpicio von Servais. Heute Abend setzt der Schillerbund seine Jubiläumsfeier in der Turnhalle mit einem Festbankett, den obligaten Festreden und Toasten fort, und den schluß des Ganzen wird ein solenner Festball bilden.”